Fortschritt und Entwicklung

In Wirklichkeit hat PLM viele Väter: Seitdem Unternehmen Computerprogramme für die Konstruktion verwenden, haben sie das Bedürfnis, ihre technischen Produktdaten leichter finden und wiederverwenden zu können. Dies inspirierte auch Softwarehäuser in Deutschland, elektronische Verwaltungssysteme zu entwickeln. Obwohl PDM von Anfang an den Anspruch hatte, nicht nur die Datenverwaltung, sondern auch die Prozesse der Datenerstellung und -bereitstellung zu unterstützen, wurde dieser Begriff bald als zu eng empfunden. Nach einer Zeit des terminologischen Wettbewerbs haben Softwarehersteller und Beratungsunternehmen mit dem Begriff PLM einen neuen gemeinsamen Nenner gefunden

Entwicklung von PLM in Unternehmen

Von der Zeichnungsverwaltung zum digitalen Engineering

Die Zeichnungsverwaltung in der Design- und Fertigungsumgebung hat seit den Anfängen der reinen CAD-Datenverwaltung eine beeindruckende Metamorphose durchlaufen. Während es anfangs nur darum ging, CAD-Daten zu speichern und abzurufen, wurden Zeichnungen, Dokumente und Stücklisten bald miteinander verknüpft und mit Informationen aus ERP-Systemen in Beziehung gesetzt – der Schritt von der Zeichnungsverwaltung zur CAD-Datenverwaltung zum Produktdatenmanagement (PDM-System) war getan.

Gleichzeitig sind elektronische Archivierungs- und Dokumentenverwaltungssysteme (DMS) im kommerziellen Umfeld seit den 1990er Jahren auf dem Vormarsch. Sind diese auch in der Lage, technische Strukturen abzubilden, werden sie als DMS tec bezeichnet. Um ein abteilungsübergreifendes, konsistentes Arbeiten mit produktrelevanten Daten und Dokumenten zu ermöglichen, ist eine Brücke zum Produktdatenmanagementsystem (PDM) erforderlich. Nach der Fertigstellung verfügen Unternehmen über ein einheitliches Produktdaten-Backbone, das sowohl kommerzielle als auch technische Dokumente umfasst. Der evolutionäre Weg führt weiter zur Prozesskontrolle von Produktdaten und Informationsflüssen. Dies wird dann als Product Lifecycle Management (PLM) System bezeichnet.

Die Aufgabe einer PLM-Lösung ist es, Konsistenz zu schaffen. Das bedeutet, dass alle Beteiligten entlang der Prozesskette im Unternehmen – von den Anforderungen über die Konstruktion und Produktion bis hin zu Vertrieb und Service – einen kontrollierten Zugriff auf eine einheitliche, gemeinsame Produktdatenbank – den Product Data Backbone – erhalten. Collaborative PLM erweitert diese Prozesse über Unternehmensgrenzen hinweg bis hin zur höchsten Evolutionsstufe, dem Digital Engineering und damit der Digitalisierung der gesamten Prozesskette. Collaborative PLM ermöglicht eine intern und extern vernetzte Prozesskoordination in Echtzeit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg. Partner, Kunden und Lieferanten werden kontrolliert in die Unternehmensprozesse integriert. Die organische Entwicklung der verschiedenen Evolutionsstufen – vom Zeichnungsmanagement bis zur vollständigen Digitalisierung der Produktentwicklung und des Produktmanagements – wird in diesem Wissensportal ausführlich dargestellt.